26.10.2014, 02:57 UhrDeutsch | English
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Hallo Zusammen!

Diese Seite ist für User gedacht, die gerade mit GNU/Linux auf Debian basierend angefangen haben. Also mit Kanotix :-)
Daher die Überschrift:

Wie installiert man Programme unter Kanotix?


Es wird auf dieser Seite diese Frage beantwortet. Für Kanotix existieren 2 große Gruppen von Programmen. Einmal die Gruppe , die als Root installiert werden und damit fix in das System eingebunden sind. Die andere, die von normalen Usern installiert werden können.

Die einzige sinnvolle Installationsart für debianbasierte Distros ist die über das Paketmanagment! also: apt und dpkg.
Diese Methode ist da gut beschrieben: http://www.debian.org/doc/user-manuals#apt-howto
Man kann diese Anleitungen auch mit:
apt-get install apt-howto-de debian-reference-de
installieren, um sie offline zu lesen. Man findet sie dann im Debian-Untermenü.


Zuerst die fixe Installation:

Dazu ist zu sagen, dass es für Debian einen eigenen Pakettyp gibt, der sich deb nennt. Daher wird empfohlen, nur solche Pakete zu installieren, da diese leicht deinstalliert werden können und auch vom System mit den Abhängigkeiten besser kontrolliert werden können.

Die wichtigste Methode ist der Konsolenbefehl apt. Damit kann man Programme automatisch downloaden und installieren. Das geschieht mit Root-Rechten. Dazu ist vor jeder Installation sux in die Komandozeile einzugeben und mit dem Root-Passwort abschließen. Danach kann mit der Installation begonnen werden:

sux
apt-get update

Damit wird die Datenbank erneuert und es werden Fehler behoben. Also vor jeder Installation unbedingt eingeben!
apt-get install kuickshow

Dieser Befehl würde das Bildbetrachtungsprogramm Kuickshow installieren mit allen zusätzlich benötigten Paketen.

Es gibt aber für apt noch viele andere Befehle wie:
Befehl: Beschreibung: Beispiel:
dpkg --install installiert/aktualisiert das Paket (die Datei Paket.deb) dpkg --install Paket.deb
apt-get install installiert ein Paket aus der Datenbank apt-get install Paket
apt-get remove löscht ein Paket apt-get remove Paket
apt-get update Datenbank aktualisieren (neue Versionen) apt-get update
apt-get upgrade Alle (installierten) Pakete aktualisieren apt-get -u upgrade
apt-get dist-upgrade Alle Pakete (installierten) Pakete mit der intelligenten Methode aktualisieren apt-get dist-upgrade
apt-cache search Nach Paketen suchen apt-cache search Paket
apt-rdepends hiermit können die reverse-dependencies eines Pakets ermittelt werden apt-rdepends Paketname
dpkg alle installierten Pakete anzeigen
wozu gehört die Datei (mail.rc)
dpkg --list
dpkg -S /etc/mail.rc


Zusätzlich können folgende Befehle hinzugefügt werden:
-h Dieser Hilfetext
-d Nur herunterladen - Nicht installieren oder entpacken
-f Versuche fortzufahren, wenn der integrity check fehlschlägt
-s Nichts wirklich tun. Simulation durchführen
-y Beantworte alle Fragen mit Ja anstatt sie zu stellen
-u Zeige eine Liste der Pakete, die erneuert werden


(Diese Tabellen wurden von AptPaketmanager übernommen)

Der oben beschriebene Befehl kann deshalb auch so aussehen:
apt-get --force install kuickshow

Damit würde es auch bei Fehler installiert werden. (Mit Vorsicht zu verwenden!) Niemals als Anfänger etwas "forcen"!

Es gibt auch Programme mit einer Oberfläche dazu. Das wären Synaptic, Kpackage und ein paar andere.
Synaptic kann hier nachgelesen werden: SynapticHowTo
Kpackage kann hier nachgelesen werden: DebEinstellungen

Damit sollten nur Programme installiert werden, die nicht zu tief in das System eindringen. Also KDE und so kann zu Fehler führen.
(Bei mir ist zum Glück noch nie etwas arges passiert.)
Anderen ist durchaus schon die Installation komplett fliegen gegangen!
Für Kleinkram sind die Gui's aber durchaus brauchbar. Keine system-upgrades mit den grafischen apt-Hilfen machen!


Ach ja eines hatte ich noch vergessen :-) Danke an Martin fürs erinnern:
Die Quellen, von denen apt die Programme bezieht werden in /etc/apt/sources.list gespeichert. Ein
apt-get update
überprüfft alle dort angegebenen Quellen und die damit verknüpften Pakete. Diese werden dann in einer Datenbank angelegt und bis zum nächsten update von dort bezogen. Daher vor jeder Installation ein update machen, damit man ja die aktuellste Version hat ...

Natürlich kann man eigene Sourcen dazufügen. Dazu muss man die Datei in einem Editor öffnen.
Es gibt viele Editoren daher ein paar Möglichkeiten:
kwrite /etc/apt/sources.list ---
nano -w /etc/apt/sources.list ---
vim /etc/apt/sources.list


Eine neue Zeile sollte so aussehen:

deb http://ftp.de.debian.org/debian/ext. link ../project/experimental main contrib non-free ---
deb-src http://ftp.de.debian.org/debian/ext. link ../project/experimental main contrib non-free


Nur wirklich "Erfahrene User" sollten "experimental"-Quellen hinzufügen. Ein Anfänger zerstört sonst mit Sicherheit sein System!
Die erste Zeile gibt an wo .deb direkt verfügbar ist. Die zweite wo die Dateien im Sourcecode vorliegen.

Eine Liste für zusätzliche Adressen kann man hier finden: AptSources

Nur verlängert jede hinzugefügte Adresse den Updatevorgang. Daher sollte man wirklich nur die benötigten Adressen eingeben.



Doch was ist zu tun, wenn das gewünschte Programm nicht in der apt Datenbank vorhanden ist? Das wird nun schon etwas härter ;-)

Im Internet muss jetzt nach dem gewünschten Programm gesucht werden. Dabei sollte ein .deb immer bevorzugt werden aber es können vier Arten installiert werden (was eigentlich immer auf ein .deb hinausläuft).
Folgendermaßen installierte Programme sind immer ein Fremdkörper im System und werden mittelfristig zu ernsthaften Problemen führen, von diesem Vorgehen wird im Hinblick auf langfristig zuverlässige Systeme dementsprechend abgeraten
(slh).

1) Ein .deb mit dem Befehl dpkg:

dpkg -i PROGRAMM.deb

Dies würde das Paket mit dem Namen PROGRAMM installieren.
Auch hier gibt es einen Hilfstext welche Befehle verwendet werden können. Dieser wird mit folgendem Befehl angezeigt:
dpkg --help


Wichtig ist noch
dpkg --update-avail PROGRAMM.deb

Damit wird ein bereits installiertes Programm überschrieben ...

Alles andere kann wieder mit apt erledigt werden! Ach ja, Kpackage kann auch eine .deb installieren, wenn man sie mit rechts anklickt und unter Open with kpackage eingibt.


2) Eine .rpm Datei kann auch installiert werden:

Dazu ist ein Programm namens Alien notwendig. Wenn dies noch nicht installiert ist kann es folgendermaßen installiert werden:
apt-get update --- apt-get install alien

Sobald dies durchgelaufen ist können .rpm Pakete installiert werden.
!!!Bei Kanotix ist Alien schon dabei - Dieser Schritt kann daher weggelassen werden!!!

Dazu braucht mann dann folgende zwei Befehle:
alien PROGRAMM.rpm --- dpkg -i PROGRAMM.deb

Der erste Befehl wandelt das .rpm in ein .deb um und dies wird dann wieder mit dpkg installiert. (Kpackage würde für das .deb auch funktionieren ...)

Ich hab den Befehl aber auch erst einmal gebraucht, da eigentlich fast alles als .deb vorhanden ist. Alien sollte daher auch nur als Notlösung gesehen werden und ein .deb wie gesagt bevorzugt werden ...


3) Wenn nur eine tar.gz Datei vorhanden ist:

Dies ist ein Tarball und die älteste genormte Methode, ein Paket/Programm zu installieren. Das feine ist, dass ein Tarball bei allen Distributionen funktioniert.
Immer zuerst die "readme" lesen. Meist finden sich dort zusätzlich Hinweise zu Installation

Als erstes muss dieser Tarball entpackt werden. Dies geht mit:
tar -xzf PAKET.tar.gz

Damit wird dieser Tarball in einen Ordner entpackt, der gleich wie das Paket heißt. In diesen Ordner ist zu wechseln, um weiterzumachen. Also in das Verzeichnis wechseln:
cd PAKET

Es reicht die ersten paar Buchstaben einzugeben und dann TAB zu drücken. Der Name wird dann automatisch geschrieben. (Funktioniert überall; auch bei den anderen oben beschriebenen Befehlen)

Wenn man in dem Verzeichnis ist muss man nur mehr folgende Behfehle der Reihe nach eingeben:
./configure --- make --- checkinstall

Damit wird das Paket für dein System eingerichtet und mit dem letzten Befehl ein .deb erzeugt (und auch gleich installiert). Dieses kann später erneut mit dpkg oder Kpackage installiert werden. (Dpkg sollte bevorzugt werden, um Fehler so weit wie möglich zu vermeiden ...)


4) Die Installation per sh ...

auch hier immer erst in die "readme" schauen!
Manche Firmen geben ihren Programmen ein eigenes Installationsprogramm mit. Das Paket sieht gleich aus wie ein Tarball und muss auch entpackt werden. Wenn man dann in den Ordner wechselt und ./configure nicht funktioniert, handelt es sich wahrscheinlich um so einen Installer.
dir

Dieser Befehl zeigt dann das Verzeichnis an. Wenn dann dort eine Datei mit der Endung .sh existiert, ist es wirklich ein solcher Installer. (Diese Datei heißt meistens PROGRAMMNAME.sh oder install.sh oder setup.sh ...)
Gestartet wird die Installation dann folgendermaßen:
sh NAME.sh

Je nach Programm gibt es bei dieser Installation Zwischenfragen ...



So nun haben wir alle Installationsarten durch. Damit kann wirklich jedes Programm installiert werden.

Doch was ist zu tun, wenn man ein Programm wieder loswerden will?

Ganz einfach. Da alles als .deb installiert wurde, kann man dies mit dem apt tun.
apt-get remove PROGRAMM

Damit wird nur das Programm gelöscht aber die Zusatzpakete bleiben erhalten. vielleicht verwendet es ja ein anderes Programm auch ...

Wenn wirklich alles gelöscht werden soll muss folgender Befehl ausgeführt werden:
apt-get remove --purge PROGRAMM

Dann ist wirklich alles weg ;-)
Ein häufiger Irrtum!
Apt darf nämlich keine Änderungen in den Userverzeichnissen machen. Also bleiben die User-Einstellungen erhalten.
Bei den Programmen, die mit sh installiert wurden, kann nur auf dessen Installer zum Entfernen zurückgegriffen werden. Leider ist dies nicht genormt und daher kann keine allgemeine Anleitung gegeben werden! readme




Wenn mir noch was einfallt werde ich es dazu schreiben.

lg
Raider700 mit einigen Anmerkungen von HamstaMan


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